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Region
AT224 Oststeiermark
Branche
Steiermark Bahn (StB)
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Neue Gleichenberger Bahn
Mobilität für alle: Grüne wollen Gleichenberger Bahn und Mikro-ÖV deutlich ausbauen

Mobilität für alle: Grüne wollen Gleichenberger Bahn und Mikro-ÖV deutlich ausbauen

von WG

Die Grünen fordern ein klares Bekenntnis zur Mobilitätswende und zum Ausbau erneuerbarer Energie. Dabei gehe es nicht nur um Umwelt, sondern vor allem um weniger Abhängigkeit von fossilen Energien.

Raus aus der alten fossilen Welt – rein in eine starke regionale Unabhängigkeit. Jetzt oder nie!

Bei einem Pressegespräch in Feldbach strichen der Landtagsabgeordnete Lambert Schönleitner und Bezirkssprecher-Stellvertreterin Marianne Müller-Triebl heute konkrete Punkte hervor, die notwendig sind, um den Wohlstand in den Regionen langfristig zu sichern und gestärkt aus den aktuellen Krisen herauszugehen. Neben einem flächendeckenden, leistbaren Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln ist insbesondere der rasche Ausbau der erneuerbaren Energien ausschlaggebend.

Die aktuelle Energiekrise macht es notwendig, Mobilität und Energieversorgung in den Regionen auf eine völlig neue Ebene zu heben, hält Schönleitner fest: „Die sprunghafte Preisentwicklung bei fossilen Brenn- und Treibstoffen und die damit verbundene wirtschaftliche Abhängigkeit vom Ausland müssen endgültig Anlass sein, alte, technologisch längst überholte Systeme zu verlassen und die Transformation am Land voranzutreiben. Dazu braucht es einen Schulterschluss der Politik. Die Lage ist zu ernst, um zuzuwarten.“

Der rasche Umstieg auf selbst produzierte, saubere Energie ist nicht weniger als eine wirtschaftliche Überlebensfrage: „Wer weiter auf teures Erdöl und Sprit von labilen internationalen Weltmärkten setzt, fährt ökonomisch teuer - und letztendlich an die Wand. Wir transferieren jährlich noch immer Milliardenbeträge ins Ausland, statt in den Regionen für Wertschöpfung zu sorgen.“

In der Steiermark werden pro Jahr Öl und Gas im Wert von ca. 1 bis 1,5 Milliarden Euro importiert. (Laut Ökonom Christian Kimmich vom Institut für höhere Studien waren es 2025 in Österreich 7,9 Milliarden Euro.)

Je rascher die Energieversorgung in den Betrieben und Haushalten auf heimische, erneuerbare Energie umgestellt wird, desto klarer profitieren die Menschen in den Regionen ökonomisch. Die Energiewende ist notwendig, um unseren Wohlstand zu sichern, kritisiert Schönleitner das Zögern der anderen Parteien: „Viel zu lange wurde von den drei Altparteien ÖVP, SPÖ und FPÖ suggeriert, wir könnten durch ein Verharren in der fossilen Welt billiger und wirtschaftlicher über die Runden kommen. Das ist blanker Unsinn. Was unzählige Fakten und Zahlen längst untermauern, merken spätestens jetzt alle an der Zapfsäule oder beim Bezahlen der Heizöl- oder Gasrechnung. Die Transformation darf im Förderbereich nicht gebremst werden, sie muss gerade jetzt gestärkt werden.“

Die Zukunft liegt in der Elektromobilität und im Öffentlichen Verkehr. Wer stur am Verbrennermotor festhält und den ÖV-Ausbau verschläft, handelt zukunftsvergessen, so Schönleitner: „Die alten festgefahrenen Trugbilder müssen aus unseren Köpfen verschwinden, wonach Öffentlicher Verkehr am Land nicht funktioniere und Elektromobilität ausschließlich etwas für die Stadt sei. Es braucht zeitgemäße Mischsysteme aus öffentlicher Mobilität und fossilfreier Individualmobilität. Das ist keine Fiktion. Technisch sind wir längst in der Lage, unsere Regionen in dieser Form zu versorgen und uns weitgehend unabhängig zu machen.“

Die Grünen fordern daher einen Schulterschluss der Politik ein, um die Energieversorgung und die Mobilität in allen steirischen Regionen zeitgemäß aufzustellen. Das sichert den Wohlstand der Steirerinnen und Steirer und macht die regionale Wirtschaft krisensicher.

Was es jetzt braucht, damit die Regionen aus der Krise gestärkt hervorgehen:

1) Letzte Meile lösen: Mit dem Klimaticket bis zu Haustür

Auf Grund der prekären finanziellen Lage vieler Gemeinden ist klar: Der Mikro-ÖV muss vom Land Steiermark finanziert und flächendeckend in den Verkehrsverbund und ins Klimaticket eingebunden werden. Die Grünen treten für eine Umsetzung des bereits mehrfach geforderten Modells „Mit dem Klimaticket bis zur Haustür“ bis Anfang kommenden Jahres ein. Bis Juni sollte ein konkreter Masterplan für eine steirische Gesamtlösung für die ‚letzte Meile‘ stehen.

2) Preisbremse für das Klimaticket

Preiserhöhungen beim öffentlichen Verkehr sind mit Hinblick auf die aktuelle Energiekrise völlig inakzeptabel und kontraproduktiv. Das Klimaticket hat die Mobilität in Österreich auf eine völlig neue Qualitätsebene gehoben. Wenn schon Spritpreise staatlich gestützt werden, darf der Öffentliche Verkehr hier keinesfalls das Nachsehen haben. Es braucht daher eine dreijährige „Preisbremse“ für alle Klimatickets.

3) Gleichenberger Bahn

Im Bezirk Südoststeiermark muss die Gleichenberger Bahn langfristig abgesichert werden. Die Grünen sehen hier Verkehrslandesrätin Holzer in der Pflicht, die Mittel beim Bund für diese Bahn abzuholen. Lambert Schönleitner betont: „Statt immer nur von Jahr zu Jahr zittern, wie es mit der Gleichenberger Bahn weitergeht, hat sich diese vor allem touristisch gesehen so wichtige Bahn ein langfristiges Zukunftskonzept, mindestens für die nächsten 10 Jahre verdient. Auch für den Güterverkehr hat das Potenzial.“

Die Bahn war schon einmal ein echtes Rückgrat für die Region. Historische Aufnahmen zeigen: Früher sind Kurgäste direkt aus Wien bis nach Bad Gleichenberg angereist. An diese Stärke gilt es wieder anzuknüpfen. Eine durchgehende Verbindung wäre langfristig ein Ziel, das wir uns wieder zutrauen sollten.

Touristische Nutzung heißt dabei mehr als ein Wochenendbetrieb. Es geht darum, die Bahn erlebbar zu machen – etwa mit Veranstaltungen entlang der Strecke oder Formaten wie dem früheren „Theater am Zug“. Derzeit scheitert genau das oft an den Rahmenbedingungen: Für eine Sonderfahrt von Feldbach nach Gleichenberg verlangen die Steirischen Landesbahnen derzeit rund 2.300 Euro – bei 70 verfügbaren Plätzen im Zug. „So wird Engagement im Tourismus ausgebremst. Wer neue Ideen auf die Schiene bringen will, braucht faire Bedingungen. Hier erwarten wir uns ein echtes Entgegenkommen, damit solche Angebote überhaupt wieder möglich werden“, so Müller-Triebl.

4) Turbo für Ausbau der Erneuerbaren

Neben dem raschen Ausbau der Windkraft gilt es, beim Sonnenstrom das große Potential an bereits versiegelten Flächen zu nutzen: Hallendächer, Fassaden und große Parkplätze müssen verstärkt mit Photovoltaik-Anlagen versehen werden – bevor weitere Freiflächen herangezogen werden. Besondere Vorteile bringt die Agri-PV, also die doppelte Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen für die Gewinnung von Sonnenstrom.

Die Grünen setzen sich für ein konkretes Investitionsprogramm für Photovoltaik auf bereits versiegelten Flächen ein: „Die Landesregierung agiert sowohl bei der Windkraft als auch bei der PV-Nutzung von versiegelten Flächen viel zu zögerlich. Hier braucht es eine Potentialerhebung in den Bezirken und konkrete Umsetzungspläne“, so Schönleitner.

Medienmitteilung: Die Grünen Steiermark