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Fake-News zum Thema Regionalstadtbahn Salzburg / Königssee

02. Oktober 2021, 18:00 Uhr von AIM

Fake-News: "Ausgeträumt - Keine Regionalstadtbahn von Salzburg bis zum Königssee". Auf BGLand24.de wird ein Artikel mit dieser Überschrift getitelt, Verfasser ein wohlbekannter Michael Hudelist...

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Auf der Webseite BGLand24.de der OVB24 GmbH ist folgender Artikel zu finden:

Diese Darstellung ist in mehrfacher Hinsicht falsch oder äußerst tendenziös verfasst. Herr Michael Hudelist lässt kaum eine Gelegenheit aus - so oder ähnlich über das Projekt Regionalstadtbahn (heute S-LINK) zu schreiben. Interessanterweise ist der Herr selbst bei keinen offiziellen Presseterminen anzutreffen.

Normalerweise geben wir keine Kommentare zu positiven oder negativen Nachrichten ab, der Leser soll selbst entscheiden und sich eine Meinung bilden können. Aber leider gibt es manchmal Ausnahmen. Wir werden hier versuchen lediglich die Fakten klarzustellen.

zu 1) Salzburg will KEINE U-Bahn vom Hauptbahnhof bis zum Mirabellplatz !

Die Stadt Salzburg wird von Norden her durch die Salzburger Lokalbahn erreicht, sie verkehrt auf einer Strecke von rund 37km durch den westlichen Flachgau, erschließt neben Lamprechtshausen, Bürmoos, Oberndorf auch Teile des südlichen oberösterreichischen Innviertels Ostermiething, Trimmelkam und Riedersbach um nur einige Orte zu nennen. Auf diesem Weg befördert die Salzburger Lokalbahn derzeit rund 5,2 Mio. Fahrgäste im Jahr.

Die Salzburger Lokalbahn führt via Hagenau, Itzling direkt zum unterirdischen Lokalbahnhof. Dabei wurde seit den 80iger Jahren die Bahn immer weiter modernisiert und ist technisch gesehen ein sogenannte "Regionalstadtbahn".

Die unterirdische Verlängerung der Salzburger Lokalbahn also als Regionalstadtbahn wurde bereits in den 1990iger Jahren baulich fixiert. Die politische Uneinigkeit zwischen den Stadt und Land Parteien verzögerten die bauliche Durchführung nahezu um 20 Jahre. Dies bot Raum, dass verschiedene Interessensgruppen alternative Varianten vorgeschlagen haben, was der politischen Unentschlossenheit durchaus gelegen kam.

Mittlerweile ist die unterirdische Verlängerung fakt, der "Letter of indent" in Wien eingereicht, die Planungsgesellschaft ist gegründet, Bodenerkundungen weitgehend abgeschlossen, der Bund hat die Finanzierung eingeleitet, der Architektenwettbewerb hat stattgefunden.

Nun wird die Regionalstadtbahn, heute S-LINK Richtung Süden der Stadt Salzburg geführt, etwa im Bereich der Alpenstraße wird die Salzburger Lokalbahn wieder auftauchen. Ab hier werden oberirdisch Ziele wie Anif, Grödig, Rif und Hallein erschlossen.

Eine U-Bahn würde also KEINEN Sinn machen - eine Regionalstadtbahn schon !

zu 2) Ausgeträumt - Keine Regionalstadtbahn von Salzburg bis zum Königssee.

Solange also die Entscheidung zur Verlängerung der Lokalbahn nicht gefällt wurden, konnte auch niemand eine seriöse Zusage über eine weitere "Verästelung"/Vernetzung der Regionalstadtbahn machen. In Wahrheit ist dies erst jetzt möglich. Und erst wenn die Regionalstadtbahn planungstechnisch Anif bzw. Grödig erreicht, kann eine "Königsseebahn" ernsthaft weiter geplant, geprüft und gegebenenfalls umgesetzt werden !

Von ausgeträumt kann also keine Rede sein. Woher diese Annahme kommt klären wir möglicherweise weiter unten.

Weiters heißt es:

zu 3) Es war ein schöner Traum für alle Bahn-Fans und sollte zudem im Sommer die Straßen entlasten: eine direkte Bahnverbindung zwischen Salzburg und dem Königssee....

Hinweis: Erst 2015/2016 wurden sämtliche Studien und Untersuchungen zum Thema "Regionalstadtbahn" erstellt und ausgewertet. Sie bilden die Basis für das was aufgrund politischer Unentschlossenheit leider erst jetzt umgesetzt wird. Die "Salzburger Regionalstadtbahn Projektgesellschaft mbh" setzt jetzt das erste und vor allem intensivste Projekt um, die unterirdische Verlängerung der Lokalbahn durch die Stadt Richtung Süden - den S-LINK.

Und wieder - von ausgeträumt kann also keine Rede sein.

3) "Es war ein schöner Traum für alle Bahn-Fans und sollte zudem im Sommer die Straßen entlasten: eine direkte Bahnverbindung zwischen Salzburg und dem Königssee. Im Juni 2011 stellten unter anderem die damaligen Bürgermeister Josef Flatscher (Freilassing) und Stefan Kurz (Schönau) das Konzept in Salzburg vor."

... sagte wer und wann ? Die Anführungszeichen suggerieren, dass es sich bei dieser Aussage um ein Zitat handelt, dabei verbirgt dies nur die Meinung oder Mutmaßung des Verfassers, das Zitat danach tarnt eben diese.

Nun wir sind keine Profi-Journalisten, aber nach unserem Verständnis sollte ein Journalist zwei Dinge nicht tun, und zwar: - die eigene Meinung als Fakt zu tarnen, - suggestive Mutmaßungen und unwahre Aussagen haben in Nachrichten ebenfalls nichts verloren.

Und eine Sache sollten Journalisten, wenn unbedingt nötig unbedingt tun: - die eigene Meinung des Verfassers muss klar und erkennbar gekennzeichnet werden.

Doch wie kommt der Verfasser zu dieser Aussage, nun er interpretiert sich offensichlicht selbst, denn seine eigene Quelle (also er selbst), schreibt etwas ganz anderes auf seiner Facebook "Newsplattform".

Der Facebook-Beitrag verfasst von Michael Hudelist dient selbigen Herrn offenbar als Quelle für seinen eigenen Bericht auf BGLand24.de !?

Da heißt es:

BGL steigt aus Regionalstadtbahn aus: Freilassing. Wie zuvor schon andere Landkreis-Gemeinden und der Kreis selbst ist soeben auch die Stadt Freilassing aus dem "Verein zur Förderung der Regionalstadtbahn Salzburg-Bayern-Oberösterreich" ausgetreten. Die Mitgliedschaft wird zum 31.12.2021 gekündigt.

Und jetzt wird es zugegebenermaßen etwas kompliziert.

Mehrere Vereine, Verkehrsinitiativen, Umweltverbände bildeten bis etwa 2015/2016 gemeinsam die "Salzburger Verkehrsplattform" über diese arbeiteten viele - zum Großteil - ehrenamltiche Einrichtungen zusammen. Der damalige Verein "Verein zur Förderung der Regionalstadtbahn Salzburg-Bayern-Oberösterreich" hatte vor allem die Aufgabe die betroffenen Gemeinden mit ins Boot zu holen und so diese Studien und Untersuchungen finanziell zu ermöglichen.

Natürlich stehen bei so einem Projekt viele Varianten im Raum, viele Ideen, viele Meinungen - ergebnisoffen wollte man sein. Doch die gewünschte oder favorisierte Variante des "Verein zur Förderung der Regionalstadtbahn Salzburg-Bayern-Oberösterreich" wurde nicht empfohlen.

Eine klare Empfehlung ging an das System "Regionalstadtbahn" mit Innenstadt-Tunnel.

Leider war die Folge, dass dadurch viele Kooperationen der Vereine rund um das Thema ÖPNV - aber ganz offensichtlich persönliche Vorstellungen - zerbrachen. Nach einer kurzfristigen Chaosphase fanden sich aber schnell einige dieser Vereine wieder zusammen, denn eines wurde schnell klar, ohne Kooperation zwischen Stadt und Land Salzburg, Oberösterreich sowie Bayern kann so ein Projekt nicht realisiert werden. Damit hatten die sachorientierten verkehrsinitiativen Vereine eigentlich ein klares Ziel und eine definierte Aufgabe.

Doch eines haben die beteiligten Vereine auch gelernt - kooperieren kann man auch nebeneinander und jeder hat seine Themenführerschaft und Bereichsverantwortungen. Ein-Mann-Unternehmen / Vereine sind nicht mehr gefragt, nur gemeinsam und miteinander lassen sich solche staatsübergreifende Projekte vorantreiben.

Regionale Ansprechpartner | Unser Informationsverbund:

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Und damit ist die Conclusio "Es war ein schöner Traum für alle Bahn-Fans..." des Herrn Michael Hudelist falsch !

Nebenbei arbeiten in den oben genannten Vereinen tatsächlich fachkundige Personen mit teils langjähriger Berufserfahrung zum Thema ÖPNV und das ehrenamtlich !!!

Die Lösung ist gefunden, wird soeben geplant und umgesetzt sie heißt mittlerweile S-LINK, die Regional-Stadt-Bahn mit Innenstadt-Tunnel wird gebaut.

Jetzt ist es möglich die Region mit diesem System zu vernetzen !

Weiterführende Informationen: