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AT323 Salzburg und Umgebung

„Nächster Halt Mirabell“

28. September 2021, 10:00 Uhr von Richard Fuchs

Das Siegerprojekt des Architekten-Wettbewerbes „Haltestelle am Mirabellplatz“ von der Architekturgruppe „dunkelschwarz ZT OG“ wurde am 27.09.2021 im Senatssitzungssaal des Schlosses Mirabell vorgestellt.

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Kaum kämpft man 40 Jahre, schon kommt’s, die Lokalbahnverlängerung

Ziemlich genau vor 40 Jahren wurde das Exposé „ÖPNV-Nahverkehr 2000“ von den Salzburger Bürgern Alois & Richard Fuchs, sowie DI Heinrich W. Lechner, veröffentlicht. Es war ein steiniger Weg, bis das Konzept in den Köpfen der Bürger, besonders in denen der Politiker gedrungen ist.

Die Station „Mirabell“ nimmt Gestalt an.

Nun wurde, nach einem Architekten-Wettbewerb, am 27.09.2021, das Siegerprojekt der Architekturgruppe „dunkelschwarz ZT OG“ im Senatssitzungssaal des Schlosses Mirabell in einer Pressekonferenz vorgestellt. In-motion.me hat den offiziellen Pressetext bereits präsentiert.

v.l.: Architektengruppe "dunkelschwarz ZT OG", Bürgermeister DI Harry Preuner, Landesrat Mag. Stefan Schnöll

Interessant bei der Pressekonferenz waren jedoch die Stellungnahmen der Politiker und vom Geschäftsführer der Projektgesellschaft Regionalstadtbahn Salzburg DI Knittel. Auch die Fragen der Journalisten hatten mit der früheren „U-Bahn-Bashing-Keule“ nichts mehr zu tun.

Bürgermeister DI Harry Preuner nannte die „S-Link-Haltestelle am Mirabellplatz“ einen Meilenstein für das Großprojekt „S-Link“. Die Diskussion wurde Jahrzehnte kontroversiell geführt. Heute wird der erste Schritt begonnen. Der Bauplatz am Mirabellplatz sei eine Herausforderung, wird doch der angeblich größte Marktplatz Österreichs, am Donnerstag der „Schrannenmarkt“, mit fast allen Buslinien des ÖPNV verknüpft. Bgm. Preuner freut sich, dass ausgerechnet eine Salzburger Architektengruppe „dunkelschwarz ZT OG“ https://dunkelschwarz.com, von 10 europäischen Einreichern gewonnen hat.

Bürgermeister Dipl.-Ing Harald Preuner

Landesrat Mag. Schnöll gratuliert ebenfalls dem Salzburger Siegerprojekt. Laut Schnöll wurde am Projekt sehr hart gearbeitet. Herausforderungen waren die Bodenerkundungs-Arbeiten, die im sog. „Salzburger Seeton“ keine leichten Bodenverhältnisse erwarten lassen. Sehr diplomatisch umschrieb Schnöll die Weigerung der Salzburg AG die Konzession für die Stadtstrecke zu beantragen. Trotzdem werden Stadt und Land Salzburg für die Konzession eine intelligente und einzigartige Lösung finden. Die Finanzierung der Einreichplanung ist gesichert. Der geplante Zeitplan sei „sportlich“ aber machbar. Der doch knappe Zeitplan soll mögliche Zeitverzögerungen tunlichst hintanhalten.

Landesrat Mag. Stefan Schnöll

Während der Bauphase werde man aktiv auf die Bürger eingehen und die erste Bürger-Versammlung soll noch im Herbst 2021 stattfinden. Einer notwendigen Umwelt-Verträglichkeits-Prüfung UVP stehe man gelassen gegenüber. Bezüglich der Trasse sei man derzeit intensiv mit den Gemeinden Anif, Grödig und Hallein in Verhandlungen. Diese drei Gemeinden haben größtes Interesse an der Bahn. Mit dem Verkehrsministerium des Bundes sei man eng im Kontakt. Damit die Baukosten nicht aus dem Ruder laufen können, weil der Bund mindestens 50% der Investitionskosten bezahlt, legt man Wert auf die Einhaltung des ambitionierten Zeitplanes mit 2023 Baubeginn, 2025 Eröffnung Mirabell, 2027/28 Eröffnung bis Hallein.

Präsentation der Visualisierungs-Bilder an der Stelle, wo die unterirdische Station entstehen wird, am Mirabellplatz. v.l.: Dipl.-Ing Stefan Knittel, Landesrat Mag. Stefan Schnöll, Bürgermeister Dipl.-Ing. Harry Preuner, Architektengruppe "dunkelschwarz"

Visualisierung der S-Link Station Mirabellplatz: v.l.: Straßenebene 0 Zugang zur Haltestelle, Verteilerebene -1, Bahnsteigebene -2

Architekturgruppe „dunkelschwarz“ erklärt das Projekt

Das Herzstück der unterirdischen Station am Mirabellplatz mit 120Meter Bahnsteiglängen ist die Etage oberhalb des Gleisbereiches eine lichtdurchflutete Verteilerebene als eine Art „Fußgängerzone“ mit Info- und Ticket-Kiosks und einer Reihe von Geschäften. Das Licht wird über Glasbausteine von der Straßenoberfläche in die unterirdische Station geleitet. Die Glasbausteine geleiten den Fahrgast zum Haltestellen-Eingang. Dieser Zugang erhält eine „schwebende Welle“ als Überdachung. Um eine Verhüttelung am Mirabellplatz zu vermeiden, werde der Servicebereich auf die Verteilerebene gelegt.

Um dem Bauwerk den Charakter modernen Tunnelbaues zu vermitteln, wird die Wand mit Spitzbeton verkleidet. Laut Knittel sollen die Verkehrsströme über möglichst kurze Wege geleitet werden, um den „Charme alter U-Bahn- Stationen“ zu vermeiden. Gebaut wird ab dem Hauptbahnhof mit einer Kombination aus offener Bauweise und Deckelbauweise.

Die handelnden Personen: v.l. Landesrat Schnöll, S-Link-Geschäftsführer Knittel, Architektengruppe "dunkelschwarz"

Laut Landesrat Schnöll wurden für die weitere Strecke durch die Stadt in den Süden bis Hallein sage und schreibe 29 Trassen geprüft! Die endgültige Trasse wird bis zum Baubeginn 2023 festgelegt. Aufgrund der noch offenen Trassenwahl und der nicht einfachen Bodenverhältnisse ist, lt. Knittel, eine seriöse Nennung der Baukosten noch nicht möglich.

Im persönlichen Gespräch mit den Vertretern der Architekturgruppe dunkelschwarz hat der Obmann des Vereines „Die Rote Elektrische“ darauf hingewiesen, dass für die Barbarastatue, die derzeit im Büro von Landesrat Schnöll steht, im Bahnsteigbereich ein beleuchteter „Schrein“, eine für Fahrgäste sichtbare Nische, mitberücksichtigt werden muss. Die Lokalbahnverlängerung nimmt in Salzburg schön langsam Formen an. Mit den Visualisierungen von der Architekturgruppe dunkelschwarz kann man sich schon heute ein Bild von morgen machen!