Hilferuf an die Verkehrsministerin: stellen Sie bitte das Bahnsterben endgültig ab!

21. Juli 2021, 15:15 Uhr von Richard Fuchs

Am Vorabend vor dem Abwenden der Klimakrise noch schnell die Murtalbahn zu ruinieren, darf auf gar keinen Fall passieren. Weltweit findet die Renaissance des Schienenverkehrs statt! Die Zerstörung von Schienenbahnen muss abgestellt werden.

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Murtalbahn muss auch in Zukunft leben!

Presse-Info & Offener Brief 21. Juli 2021

Immer wenn ein alternder machtsüchtiger und schon zu lange im Amt befindlicher Landeskaiser, der den Boden zur Realität verliert und glaubt, mit dem Zerstören von Volksvermögen der ohnmächtigen Bevölkerung die Zukunft rauben zu müssen, sind wenige vernunftbegabte engagierte Bürger gezwungen, den entstehenden Schaden möglichst in Grenzen zu halten. Im alten Rom stand hinter dem jeweiligen Cäsar ein Einsager, der die Aufgabe hatte, den Herrscher mit dem „Memento mori“ zu erinnern: „Bedenke immer, dass Du ein Sterblicher bist“.

In der heutigen Zeit gibt es solche Einsager, die den Despoten auf den Boden der Realität zurückholen, nicht mehr. So laufen die katastrophalen Zerstörungs-Rituale bei Eisenbahnen immer gleich ab. In Abständen von 30 Jahren ist es immer notwendig, dass Bahnen, Infrastruktur und Fahrzeuge, erneuert werden müssen. Der meist eingeschränkte Horizont diverser Landeskaiser, der in Sachen Mobilität am Rand des Lenkrades endet, sieht nur mehr das Geld, das er sparen will, warum auch immer. Diese fatalen Rituale wiederholen sich immer wieder, genauso das Märchen vom „billigeren Bus“. Nach der Zerstörung der Bahn kommt das böse Erwachen, doch dann leider zu spät.

Frau Verkehrsministerin bitte verhindern Sie ab sofort die Zerstörung von Regionalbahnen; die Bevölkerung lebt davon!

Die Liste der Bahnen, die der Kurzsichtigkeit dieser überforderten Politiker „geopfert“ wurden, ist lang. Legendär sind u.a. die Südlinien der Salzburger Lokalbahnen, die „Rote Elektrische“, die weltberühmte Ischlerbahn, die Steyrtalbahn, die Bregenzerwaldbahn und die Ybbstalbahn. Die Zerstörung der Salzburger Lokalbahn-Nordlinie Salzburg-Lamprechtshausen konnte von der „Aktionsgemeinschaft Rettet die Rote Elektrische“ 1982 noch verhindert werden.

Die Salzburger Bevölkerung hat es längst satt, von autofanatischen Politikern ihrer Bahnen beraubt zu werden! Neben der Gaisbergbahn, wurden die Südlinien der Salzburger Lokalbahnen bis zum Königssee, Die "Gelbe Elektrische" Straßenbahn und v.a. die weltbekannte SKGLB, die "Ischlerbahn" bzw. Salzkammergut-Lokalbahn von rückwärtsgewandten Landespolitikern zerstört und haben ein riesiges Verkehrschaos in der Stadt Salzburg hinterlassen, das jetzt erst wieder mühsam korrigiert werden muss!

Heute ist das Opfer die Obersteiermark, die als Zielscheibe einer persönlichen Machtdemonstration des steierischen Landeskaisers das Murtal und dessen Regionalbahn vernichten will! Vermutlich ist den Bürgermeistern entlang der Murtalbahn überhaupt noch gar nicht bewusst, dass sie in einer Region leben, die ohne ihre Bahn touristisch bedeutungslos ist.

Die Murtalbahn verbindet die Steiermark mit Salzburg. Der Tourismus dieser Region ist von der Murtalbahn abhängig, die nicht aus Jux und Tollerei, auf Fingerschnippen von Grazer Politikern, zerstört werden darf!

Zerstörung von Volksvermögen muss verhindert werden!

Zerstörung von Volksvermögen muss verhindert werden!
Am Vorabend zur weltweiten Dekarbonierung und vor dem Abwenden der Klimakrise noch schnell die Murtalbahn zu ruinieren, darf auf gar keinen Fall passieren. Während man weltweit die Renaissance des Schienenverkehrs erkennt, soll die Obersteiermark zurück in die Steinzeit der Mobilität getrieben werden.

Hier setzt jetzt der HILFERUF AN DIE VERKEHRSMINISTERIN an!

Zug der Murtalbahn mit Triebwagen + Steuerwagen beim Auftanken im Bahnhof Tamsweg, der Bezirkshauptstadt des Salzburger Lungaus.

Die Zerstörung von 76,112 Kilometer Schienenstrecke und 90 Weichen, ohne Abbau von Eisenbahnkreuzungen, Brücken, Tunnel und Entsorgung von Sondermüll im Erdreich, kostet rund 165 Millionen Euro Steuergelder, wenn das der Landeskaiser nicht, was selbstverständlich wäre, aus seiner eigenen Geldtasche zahlen will. Daher geht dieser Text auch an den Bundesrechnungshof! Wenn Landeshauptmann Schützenhöfer behauptet, für die Bevölkerung etwas sparen zu wollen, was aber nicht erkennbar ist, dann sollte er die wesentlich billigere Modernisierung der Murtalbahn vorantreiben!

165 Millionen Euro Steuergelder müssen in die Zukunft der Mobilität, also in den Schienenverkehr, gesteckt werden und nicht in den puren Zerstörungsrausch der Murtalbahn durch den Landeskaiser. Um diese 165 Millionen kann man die gesamte Murtalbahn elektrifizieren, zehn moderne Elektro-Triebwagen, nach VDV-Fahrzeugbeschaffungsprogramm, für die Murtalbahn und zusätzlich zehn Elektro-Triebwagen für die Gleichenbergerbahn bzw. sieben für eine elektrische Bahn Gleisdorf – Weiz beschaffen. Dann könnte man die Steiermärkischen Landesbahnen mit Flügelzügen von Bad Gleichenberg und Weiz kommend, in Gleisdorf vereinigen und diese gemeinsam bis Graz durchfahren lassen und wären ein Teil der Steierischen S-Bahn. All das ist mit 165 Mio. möglich!

Die Regionalbahn Feldbach - Bad Gleichenberg ist auch eine verkannte Nahverkehrsbahn, die auf die Modernisierung wartet, aber über der auch das Damokles-Schwert der Zerstörung schwebt. Mit modernen VDV-TramTrain-Zweisystem-Triebwaagen, die durchgehend im Stundentakt nach Graz fahren, wären eine zukunftsweisende Bereicherung im S-Bahn-Netz der Steiermark!

Dann hätte man viel für die Allgemeinheit erreicht und nicht nur das Ego bzw. das Mütchen eines Landeskaisers gekühlt. Dann wäre man beim Abwenden der Klimakrise einen wichtigen Schritt weitergekommen! Die Frau Verkehrsministerin ist aufgerufen, sich für die umweltgerechte Weiterentwicklung der Mobilität in Richtung Schienenverkehr zu engagieren und nicht purer Zerstörungswut Raum zu geben. Die Zukunft liegt beim Schienenverkehr und nicht beim überholten fossilen Straßenverkehr!

Die Bürger der Steiermark haben, auch abseits der Landeshauptstadt, ein Recht auf klimafreundliche Mobilität! Dieser Hilferuf an die Frau Verkehrsministerin ist richtungsweisend und gilt grundsätzlich für alle Bahnen in Österreich. Aus diesem Grund muss generell, gesetzlich geregelt, die Zerstörung von Bahnen strafrechtlich unterbunden werden. Wer heute fremdes Eigentum zerstört, wird wegen „Sachbeschädigung“ strafrechtlich verfolgt. Die Bahnen dieses Landes gehören den Steuerzahlern, die diese Bahnen bezahlt haben, und sind als „Volksvermögen“ zu betrachten. Das Überleben der Murtalbahn ist richtungweisend für die Zukunft aller österreichischen Bahnen und geht daher nicht nur das Land Steiermark etwas an!

Auch ein Landeskaiser darf nicht einfach, aus purem Jux und Tollerei, für die Bevölkerung wichtige Bahnen zerstören! Dieser Tatbestand „Zerstörung von Volksvermögen“ muss übrigens unbedingt umgehend im Strafgesetzbuch verankert werden! Die Serie der sinnlos zerstörten Eisenbahnen in Österreich muss endlich unterbrochen werden!
Dazu ersuchen wir die Verkehrsministerin Gewessler, sich einzusetzen!

Presseaussendung Verein "Fahrgast-Steiermark"

Presseaussendung & Offener Brief Verein "Die Rote Elektrische"