Murtalbahn hat 17 Tote erspart!

15. Juli 2021, 07:30 Uhr von Richard Fuchs

Wieder einmal hat die Eisenbahn bewiesen, dass selbst bei einem Unfall die Fahrgäste relativ sicher sind. Als „Dank“ dafür, dass das sicherste Verkehrssystem der Welt 17 Tote vermieden hatte, soll die Murtalbahn nun zerstört werden.

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Eisenbahn ist das sicherste Verkehrssystem der Welt

Presse-Info & Offener Brief Salzburg 15. Juli 2021

Für Eisenbahnen gibt es fast nie eine positive Medienberichterstattung, obwohl im Falle des Unglückes der Murtalbahn eine, wie die folgende Positiv-Formulierung, angebracht wäre:

„Murtalbahn-Triebwagen hat 17 Tote erspart!“

Wieder einmal hat die Eisenbahn bewiesen, dass selbst bei einem Unfall die Fahrgäste relativ sicher sind. Als „Dank“ dafür, dass das sicherste Verkehrssystem der Welt (bezogen auf die Beförderungsleistung) bei einem kritischen Unfall nur 17 Leichtverletzte anstatt von 17 Toten zu vermelden hatte, soll die Murtalbahn nun zerstört werden. Ein weitblickender Mensch hat einmal gesagt, Eisenbahn, Politik und Logik schließen einander aus! Das hat natürlich eine Spur Polemik in sich, aber auch ein Körnchen Wahrheit. Fakten und Systemdenken wird nun bei der Murtalbahn ausgeklammert. Hier sollen diese trotzdem beleuchtet werden:

Stabilität des Wagenkastens

Nach dem Sturz des Murtalbahn-Triebwagens in fünf Meter Tiefe wurde aufgezeigt, wie sicher, weil stabil, Eisenbahn-Fahrzeuge heutzutage sind. Wäre dieser Unfall mit einem vielbeschworenen 15-Meterbus erfolgt, würde man unter Garantie über viele Tote sprechen. Die Bilder von Busunfällen, die sich überschlagen haben, zeigen fast immer dasselbe Bild, nämlich die Holme in der Fensterreihe knicken ab, zersplittern die Fenster und werfen, physikalisch logisch, das Wagendach auf die Köpfe der Fahrgäste. Aus diesem Grund sind bei Busunfällen immer viele Tote zu beklagen. So glimpflich, wie bei der Murtalbahn, geht kein Busunfall aus!

Crash-Test mit Bus

Das Verkehrsministerium sollte in der Versuchsanstalt Wien-Arsenal mit einem ausgemusterten 15-Meterbus, der in etwa mit dem Murtalbahn-Triebwagen vergleichbar wäre, dieselbe Situation mit dem Aushebeln des Busses vor einer 5 Meter hohen Böschung, nachstellen. Ziemlich überraschungsfrei wird man feststellen, dass die Fensterholme und das Dach abgerissen sein werden. Wenn man den Bus mit 17 Crash-Test-Dummies bestückt, wird es interessant sein, zu sehen, wie viele Köpfe abgerissen sein werden!

Wenn jemand von so einem Crash-Test von Polemik sprechen will, sollte man hinterfragen, ob so ein Unfall, der jetzt auf der Bahn stattgefunden hat, nicht auch jederzeit auf jeder Straße passieren kann.

Stahlrohr als Wagenkasten

Der Murtalbahn-Triebwagen wurde vom technischen Direktor der Steiermärkischen Landesbahnen Dipl.-Ing. Gerhard Mayr selbst konstruiert. Ab 1980 gingen vier Trieb- und vier Steuerwagen, gebaut von der Fa.Knotz in Wien, in den Folgejahren in Betrieb. 1998 kam ein ÖBB-Triebwagen gleicher Bauart dazu. Der „Mayr’sche Schmalspurtriebwagen“ hat, neben einer speziellen Drehgestell-Wippe zur Laufruhe, einen stabilen Stahlkasten, der sich beim aktuellen Unfall bestens bewährt hat und der eigentliche Grund dafür ist, dass es keine Toten gegeben hat!

Den Stahlkasten kann man mit einem Vierkant-Eisenrohr vergleichen, das durch Außen-Einwirkungen fast nicht zu verformen ist. Betrachtet man die Fotos vom Triebwagen, der im Fluß Mur liegt, wird man kaum Verwindungen des Wagenkastens sehen, was man allerdings letztendlich erst nach der Bergung beurteilen kann, falls man das Fahrzeug nicht dabei endgültig zerstört.

Die Idee, gleich die gesamte Murtalbahn nach diesem Unfall zur Gänze zu zerstören, hat etwas von „Leichenfledderei“, ganz sicher mit Kurzsichtigkeit zu tun!

Die 17 verunfallten Schüler haben ihr Überleben dem genialen und umsichtigen Konstrukteur dieser Fahrzeuge Dipl.-Ing. Gerhard Mayr + von den Steiermärkischen Landesbahnen zu verdanken! Das System „Eisenbahn“ hat wieder einmal seine Überlegenheit bewiesen!

Hoffentlich kämpfen die 17 überlebenden Schüler jetzt gegen die Zerstörungsgelüste der Murtalbahn durch die steiermärkische Politik und helfen so jetzt „ihrer“ Bahn zum „Überleben“!